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Dongker MY-F1090 - ein Soundmodul nicht nur für Metallbaukasten-Modelle

 


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Vorwort

Der im Jahr 2012 gebaute Duell-Truck wurde u. a. mit einem Soundmodul der Firma Neuhaus-Electronics ausgestattet (siehe auch Soundmodul).

Dieses Soundmodul ist über 2 Kanäle steuerbar und erlaubt neben einem fahrspannungsabhägigen Motorgeräusch gleichzeitig ein weiteres Geräusch.
Insgesamt sind 64 Sound-Dateien abrufbar, wobei ein Speicherplatz von bescheidenen 4 MB zur Verfügung steht.
In Verbindung mit einem 10W-Verstärker der Bauart Klasse D sowie passender Lautsprecher liefert das System eine ordentliche Lautstärke bei noch akzeptabler Qualität (siehe auch Duell-Truck-Zubehör).

Im Jahr 2026 ist das Neuhaus-Soundmodul nicht mehr erhältlich und wurde leider auch nicht weiterentwickelt.
Da ein Speicherplatz von 4 MB nicht mehr zeitgemäß erschien, wurde nach einer möglichen Alternative gesucht.

Soundmodule gibt es zwar in vielen Ausführungen, aber diejenigen, die auch ein fahrspannungsabhängiges Motorgeräusch zulassen, sind offenbar recht dünn gestreut und sie haben ihren Preis.
Da das Neuhaus-Soundmodul noch funktioniert, hatte das fahrspannungsabhängige Motorgeräusch keine Priorität und bei der Suche bin auf ein Soundmodul (auch Sprachmodul bzw. Voice Play Modul bzw. Sound Player genannt) mit der Bezeichnung Dongker MY-F1090 gestoßen, erhältlich z. B. auch bei Amazon.


Soundmodul Dongker MY-F1090

Um den m. E. größten Nachteil zuerst zu nennen:
Zu diesem Soundmodul wird keinerlei Dokumentation geliefert und die benötigten Informationen muss man sich im Netz selbst zusammensuchen bzw. selbst erarbeiten.

Grundlegende Informationen findet man auf Englisch und Deutsch, ein halbwegs umfassendes "Handbuch" gibt es anscheinend aber nur in chinesischer Sprache.
Heutzutage kann man sich die Texte zwar automatisch übersetzen lassen und das gelingt auch einigermaßen brauchbar, dennoch bleiben viele Fragen offen.
So sind z. B. bei der Beschreibung der unterschiedlichen Abspielmodi die Positionen des 3-Bit-Programmierschalters offenbar genau umgekehrt dargestellt, als sie es in der Praxis sind.
Bei der Anzahl der abspielbaren Dateien gibt es ebenfalls Widersprüche.
Man wird also etliche Experimente machen müssen, um dahinterzukommen, wie das Soundmodul im Detail funktioniert.

Die folgenden Abbildungen und Informationen wurden im Internet gefunden bzw. selbst erarbeitet.
Inwieweit die Abbildungen einem Urheberrecht unterliegen, weiß ich nicht. Da ich aber gewissermaßen Werbung für dieses Soundmodul betreibe gehe ich bis zum Beweis des Gegenteils davon aus, dass es niemanden stört.

Die auf den Abbildungen angegebenen Informationen sind - wie bereits erwähnt - zum Teil widersprüchlich, für einen ersten Eindruck reicht es aber.


Soundmodul-01
Abbildung 1
 
Soundmodul-02
Abbildung 2


Soundmodul-03
Abbildung 3
 
Soundmodul-04
Abbildung 4

Demnach wird das Soundmodul mit einer 128MB-TF-Speicherkarte geliefert, welche mittels USB-Schnittstelle geladen werden kann.
Geht man davon aus, dass z. B. ein Musikstück mittelmäßiger Qualität als mp3-Datei etwa 4MB groß ist und 3 Minuten dauert, dann sind theoretisch etwa 90 Minuten Musik abspielbar.

Laut obiger Beschreibung sind maximal 29 Sounds abrufbar und deren Dateinamen müssen aus einer 4-stelligen Zahl bestehen oder zumindest mit einer 4-stelligen Zahl beginnen - also 0001.mp3 bis 0029.mp3.
Die Angabe 29 ist offenbar nicht korrekt. Probehalber habe ich 31 Sounds geladen und bis zum Dateinamen 0030 wurden alle wiedergegeben. Anstatt der Datei 0031 wurde allerdings die Datei 0016 wiederholt(?).

Die Versorgungsspannung kann zwischen 9V und 26V betragen.

Der Verstärker der Bauart Klasse D unter Verwendung des TPA3111D1 liefert laut Datenblatt eine maximale Ausgangsleistung von 10W an 8Ω bei einer Versorgungsspannung von 12V.

Mit einem Potentiometer (leider linear) ist die Lautstärke einstellbar und über einen Kopfhörerausgang lässt sich das Signal bei Bedarf in einen externen Verstärker einspeisen.

Zum Anschluss an einen Computer gibt es zudem ein spezielles UART-Interface, welches für meine Zwecke allerdings uninteressant ist.

Die Wiedergabe der Sound-Dateien erfolgt über eine 5-Bit-Adressierung und hierfür gibt es 8 verschiedene Abspielmodi, die - wie bereits oben erwähnt - mittels eines 3-Bit-Programmierschalters einstellbar sind.
Gemäß der hierzu gefundenen Informationen sowie eigener Experimente gibt es im Prinzip aber nur 3 wirklich unterschiedliche Modi zur Adressierung und die anderen Einstellungen sind eher als Varianten dieser 3 unterschiedlichen Modi zu betrachten. Diese 3 unterschiedlichen Modi werden nachfolgend kurz beschrieben.



Sind 5 Sounds ausreichend, dann lassen sich diese direkt mit 5 Schaltern K1 bis K5 abrufen. Die Eingänge werden hierbei mit einem gemeinsamen COM-Anschluss verbunden und die Dateinamen müssen mit den Ziffern 0001 bis 0005 beginnen.
Diese Einstellung eignet sich z. B. zur Wiedergabe einer Begrüßungsformel in 5 verschiedenen Sprachen oder für eine Türklingel mit unterschiedlichen Klingeltönen.


Soundmodul-05
Abbildung 5
 
Soundmodul-06
Abbildung 6

Der aufmerksame Leser wird feststellen, dass das in Abbildungen 5 und 6 gezeigte Modul nicht identisch ist mit dem Modul auf Abbildung 3. Daraus ist zu schließen, dass es unterschiedliche Versionen des Soundmoduls gibt, an der externen Beschaltung ändert das aber nichts.



In einem anderen Abspielmodus lassen sich die Eingänge z. B. folgendermaßen belegen:

K1 = Wiedergabe / Pause
K2 = nächstes Lied
K3 = vorheriges Lied
K4 = Lautstärke +
K5 = Lautstärke -

In diesem Modus ist z. B. auch die Lautstärke digital einstellbar.



In einem weiteren Modus ist die direkte Adressierung aller 29 bzw. 30 Dateien möglich.
Diese kann ebenfalls mit 5 Schaltern durchgeführt werden, wobei die gleichzeitige Bedienung von 5 Schaltern nicht ganz einfach ist. Bis zur Einstellung der gewünschten Adresse werden u. U. also andere Sounds kurz angespielt.

Eine andere Variante ist die serielle Adressierung mit Hilfe eines 5-Bit-Zählers.
Hierbei kann z. B. ein mit einem Tastschalter erzeugter Clockpuls einen 5-Bit-Binärzähler hochzählen und mit einem weiteren Tastschalter ein Reset erfolgen.
Mit einem Up-/Down-Zähler könnte auch in beide Richtungen gezählt werden, aber ein zusätzlicher Reset-Impuls wär dennoch sinnvoll, um das System ggfs. in einen definierten Zustand versetzen zu können.

Da mit den Schaltern K1 bis K5 im einfachsten Fall 5 Sounds direkt angesprochen werden können, ist die Zuordnung der Dateinamen zu den Adressen insgesamt etwas verwirrend.
Nachfolgende Tabelle wurde aus dem chinesischen "Handbuch" abgeleitet und zeigt, welche Dateinamen bei einer seriellen Adressierung durch Aufwärtszählen eines Binärzählers angesprochen werden.
Abweichungen gibt es bei den Adressen 1 1 0 1 0 für die Funktion Lautstärke + bzw. 1 1 1 1 1 für die Funktion Lautstärke -.
Die Lautstärke-Einstellung scheint in diesem Modus nicht zu funktionieren, stattdessen werden die Dateien mit den Namen 0030 bzw. 0016 abgerufen.


K5
K4
K3
K2
K1
Dezimal
Dateiname
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
1
1
0
1
0
1
0
1
2
3
Stille
0001
0002
0028
0
0
0
0
0
0
0
0
1
1
1
1
0
0
1
1
0
1
0
1
4
5
6
7
0003
0026
0025
0024
0
0
0
0
1
1
1
1
0
0
0
0
0
0
1
1
0
1
0
1
8
9
10
11
0004
0022
0021
0020
0
0
0
0
1
1
1
1
1
1
1
1
0
0
1
1
0
1
0
1
12
13
14
15
0019
0018
0017
0016
1
1
1
1
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
1
1
0
1
0
1
16
17
18
19
0005
0014
0013
0012
1
1
1
1
0
0
0
0
1
1
1
1
0
0
1
1
0
1
0
1
20
21
22
23
0011
0010
0009
0008
1
1
1
1
1
1
1
1
0
0
0
0
0
0
1
1
0
1
0
1
24
25
26
27
0007
0006
soll: Lautstärke + / ist: 0030
0029
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
0
0
1
1
0
1
0
1
28
29
30
31
0027
0023
0015
soll: Lautstärke - / ist: 0016

Die fett dargestellten Ziffern markieren die 5 Dateien, die im entsprechenden Modus mit den Eingängen K1 bis K5 direkt abrufbar sind.
Diese Dateien sind - wie bereits erwähnt - mit den Namen 0001 bis 0005 zu versehen.



Betrieb an einer Fernsteuerung

Für den Einsatz des Soundmoduls in einem ferngesteuerten Modell gibt es mehrere Möglichkeiten.

Die Ansteuerung der 5 Eingänge könnte theoretisch über 5 Schaltkanäle und empfängerseitig entsprechend 5 Schaltmodule erfolgen. Allerdings scheint es nicht sinnvoll, dafür 5 Kanäle zu binden und manche Fernsteuerungen geben das ja auch gar nicht her.
Alternativ könnte ein freier Kanal mit einem Multiswitchmodul belegt werden, bei dem die Positionen der 5 Schalter nacheinander übertragen werden. Im Sender müssten dazu 5 Schalter und ein Multiswich-Encoder installiert werden und auf der Empfängerseite ein passender Multiswitch-Decoder sowie ebenfalls 5 Schaltmodule.
Auch dieser Aufwand erschien mir für erste Versuche zu hoch, zumal ein geeignetes Multiswitchsystem erst hätte beschafft oder selbst gebaut werden müssen.


Deshalb habe ich mich vorerst auf eine serielle Adressierung per 5-Bit-Aufwärtszähler beschränkt.
Jedes Tippen eines Steuerknüppels oder Schalters nach rechts zählt die Adresse aufwärts und ein Tippen nach links erzeugt einen Reset.

Vermutlich führen bei der Realisierung "viele Wege nach Rom", aber die nebenstehend abgebildete Schaltung ist relativ einfach und konnte vor allem ausnahmslos mit Bauteilen aufgebaut werden, welche sich noch im häuslichen "Lager" fanden (und es ist mir auch bekannt, dass manche Schaltsymbole nicht der heutigen Norm entsprechen).

Schaltbild
Schaltbild des ferngesteuerten Aufwärtszählers

Links oben wird die 12V-Versorgungsspannung eingespeist und von dieser Stelle auch dem Soundmodul zugeführt.

Die Schaltung selbst wird mit 5V betrieben, welche vom Spannungsregler IC1 erzeugt wird.

Links unten kann ein handelsüblicher Empfänger angeschlossen werden.
Er wird ebenfalls vom Spannungsregler IC1 versorgt, sodass das Soundsystem inklusive Stromversorgung und Lautsprecher vollständig autark betrieben und dort untergebracht werden kann, wo Platz ist - z. B. in einem Auflieger oder Anhänger eines Truckmodells.

IC2-1 dient dahingehend der Impulsformung, dass der weiterzuverarbeitende Impuls unabhängig vom angeschlossenen Empfänger stets die selbe Höhe hat.

R6 und C4 bilden einen Integrator, an dem eine pulsweitenabhängige Gleichspannung mit überlagerter 50Hz-Wechselspannung entsteht.
Mit einem Integrator 2. Ordnung könnte die Schaltung evtl. noch optimiert werden, sie arbeitet aber auch mit dem einfachen RC-Glied einwandfrei.

IC3-1 und IC3-2 sind Komparatoren, an denen die Spannung am Integrator mit jeweils einem Sollwert verglichen wird. Die Widerstände R9 und R15 dienen hierbei der Feinabstimmung der Sollwerte und wurden zwecks einfacher Austauschbarkeit auf Stifte gelötet.
Steigt die Spannung beim Rechtstippen des Steuerknüppels am RC-Glied über den Sollwert an IC3-1, dann wird an dessem Ausgang eine abfallende Flanke erzeugt.
Sinkt die Spannung beim Linkstippen des Steuerknüppels am RC-Glied unter den Sollwert an IC3-2, dann wird an dessem Ausgang eine ansteigende Flanke erzeugt.
Eine passende Hysterese sorgt für eine zuverlässige Funktion bei noch ausreichender Reaktionsgeschwindigkeit.

Mit den erzeugten Flanken wird der 7-Bit-Zähler 4024B hochgezählt bzw. zurückgesetzt. Bits 6 und 7 sind nicht beschaltet, da die vorliegende Anwendung nur 5 Bits benötigt.

Dessen Ausgänge Q1 bis Q4 werden einem 4-fach-Analogschalter 4066B zugeführt, welcher die Adresseingänge des Soundmoduls auf COM schaltet.
Laut Datenblatt des 4066B kann der verbleibende Einschaltwiderstand bei einer Versorgungsspannung von 5V und 25°C Betriebstemperatur im ungünstigsten Fall bis zu 1050Ω betragen. Das ist viel, aber kein Problem. Bei meinem Exemplar lassen sich die Sounddateien noch mit einem Widerstand von 3,9kΩ gegen COM aktivieren, was immer noch einem Faktor 4 Reserve entspricht.
Für den Ausgang Q5 übernimmt das der Transistor T1.

Mit den Leuchtdioden LED2 bis LED6 können die Zustände der Zählerausgänge beobachtet werden.
Diese Dioden sind High-Efficiency-LEDs, welche bei einem Strom von nur 0,3 mA eine beachtliche Helligkeit liefern.



Da ich kein CAD-System besitze und auch nicht nochmal damit anfangen möchte, löte ich meine Schaltungen unter Verwendung herkömmlicher Bauteile nach wie vor auf 2,5mm-Lochraster-Leiterplatten. Das ist zwar lästig und diese Technik steht einer Miniaturisierung erheblich im Weg, aber für gelegentlich aufzubauende Schaltungen ist das für mich akzeptabel.

Entstanden ist eine Leiterplatte der Abmessungen 78mm x 50mm, welche "Rücken an Rücken" mit dem Soundmodul verschraubt werden kann.


Soundmodul-08
Bestückungsseite
 
Soundmodul-09
Lötseite


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(Letzte Aktualisierung: August 2026)
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