Metallbaukasten

 
Duell-Truck (Duel Truck)

Home
  Wer kennt ihn nicht, den "Killer-Truck" aus Steven Spielbergs erstem Spielfilm "Duell" (engl.: "Duel")?
Nachdem wir den Film zum Jahreswechsel 2010/2011 erneut gesehen und diesmal auch aufgezeichnet hatten stand der Entschluss schnell fest, ein ferngesteuertes Modell dieses Trucks aus den Elementen eines Metallbaukastens zu bauen. Dem kam entgegen, dass sich im Laufe der Jahre viel abgenutztes Material angesammelt hatte, welches vor einer erneuten Verwendung sowieso hätte lackiert werden müssen - warum also nicht auch in den "Farben" des Duell-Truck (Duel Truck).

Während der Recherche nach Bildern und Informationen zu diesem Fahrzeug zeigte sich bald, dass die Festlegung der Proportionen und der charakteristischen Details ein langwieriges Unterfangen werden sollte. Für den Spielfilm wurden mehrere Trucks vorbereitet und verwendet, die sich in vielen Einzelheiten unterscheiden. Die Angaben sind zwar zum Teil widersprüchlich, aber folgende Informationen aus dem Internet scheinen gesichert:

Der Original-Truck war ein Peterbilt 281 aus dem Jahr 1956 mit einem nicht mehr originalen Motor, erkennbar am waagerecht liegenden und gelb gefärbten Luftfilter auf der rechten Seite des Motorraums.
Die 2 in der Typenbezeichnung 281 bedeutet, dass die Zugmaschine nur eine angetriebene Achse hatte; die 2. Hinterachse war lediglich eine Nachlaufachse.
Spielberg hatte bewusst diesen Typ ausgewählt, da er mit seiner geteilten Frontscheibe und den runden Scheinwerfern einem Gesicht ähnelte. Zusammen mit der optisch starken Abnutzung und der rostig-schmutzigen Farbgebung erhielt der Truck schließlich sein bedrohliches Aussehen.
Dieses Fahrzeug wurde am Ende des Films beim Sturz in die Schlucht zerstört.

Da der Original-Truck nicht mehr im besten Zustand war, wurde als Ersatz-Fahrzeug ein Peterbilt 281 aus dem Jahre 1960 bereitgehalten.
Dieser wurde allerdings nicht gebraucht und ist deshalb im Film nicht zu sehen.

Der ursprünglich 74-minütige Fernsehfilm aus dem Jahr 1971 erwies sich als so großer Erfolg, dass er als Kino-Version im Jahr 1974 um ca. 15 Minuten verlängert wurde - und hierzu wurde ein weiterer Truck vorbereitet. Mit einem Peterbilt 351 aus dem Jahr 1964 wurden die Waschsalon-Szene, die Bahnübergang-Szene sowie die Schulbus-Szene nachgedreht.
Die 3 in der Typenbezeichnung bedeutet, dass bei dieser Zugmaschine beide Hinterachsen angetrieben sind. Bei oberflächlicher Betrachtung fallen die Unterschiede der Fahrzeuge kaum auf, schaut man genauer hin, dann sieht man diese aber sehr wohl.
Auch dieses Fahrzeug existiert heute nicht mehr.



Der einzig überlebende Truck ist das damalige Ersatz-Fahrzeug, der 1960-er Peterbilt 281 mit einem Fruehauf-Tank-Auflieger aus dem Jahr 1948.

2003 hatte er einen letzten Einsatz im Motorrad-Film "Torque" ("Hart am Limit") und 2004 wurde er von einem Privatmann gekauft.
Nach einem weiteren Zwischenbesitzer befindet sich der Truck aktuell im Bestand eines LKW-Oldtimer-Sammlers www.bradsclassictrucks.com
Der überlebende <b>Duell-Truck</b> (<b>Duel Truck</b>)
Der überlebende Duell-Truck (Duel Truck)
Die Veröffentlichung des Fotos erfolgt mit
freundlicher Genehmigung von
www.bradsclassictrucks.com


Als Vorbild für das Modell diente in erster Linie der Original-Truck, viele im Film schlecht oder nicht erkennbare Details wurden aber von Fotos des noch existieren Trucks übernommen. Zur Bestimmung der Proportionen sowie der Festlegung charakteristischer Details und der Farbgebung wurden nahezu 150 Bilder und Pläne analysiert, darunter auch Fotos von Modellen sowie zahlreiche aus dem Film extrahierte Aufnahmen des Originals.

Das Modell des <b>Duell-Truck</b> (<b>Duel Truck</b>)
Das Modell des Duell-Truck (Duel Truck)
Um die Abmessungen des Modells in Grenzen zu halten, wurden 111mm-Metallus-Räder zugrunde gelegt. Mit diesen ergibt sich ein Maßstab von 1:10, aus dem eine Gesamt-Länge von ca. 160cm resultiert.

Entsprechend dem Original wurde auch das Modell mit nur einer angetriebenen Hinterachse und einer Nachlaufachse ausgestattet.



Duell-Truck-Zugmaschine (Peterbilt 281)

Begonnen wurde wieder mit der Konstruktion eines Leiterrahmens mit sämtlichen Aufnahmen für die Anbauteile - und bereits hierbei stellte sich heraus, dass das vorhandene abgenutzte Material nicht annähernd ausreichen sollte. Das fehlende Material wurde deshalb von Metallus beschafft und entsprechend umlackiert.

Bei der Materialbeschaffung zeigte sich auch, dass die Fa. Metallus inzwischen praktisch nur noch Delrin-Zahnräder liefert - mit Ausnahme der Kronräder. Da die Kombination von Messing-Kronrad und Delrin-Ritzel problematisch erschien, wurde der erforderliche 90°-Winkeltrieb komplett aus Messing aufgebaut. Alle Stirnrad-Untersetzungen sind dagegen aus Delrin - ob diese Zahnräder auf Dauer geeignet sind, wird sich zeigen.


Die gefederte Vorderachse wurde so konstruiert, dass das Lenkservo direkt daran befestigt werden konnte und somit den Bewegungen der Achse folgt. Dies reduziert den mechanischen Aufwand und schafft Platz für das Gestänge und die Zahnräder des Lenkrad-Antriebs.
Das Lenktrapez wurde so eingestellt, dass sich die verlängerten Lenkhebel zwischen den Hinterachsen schneiden. Aufgrund des relativ großen Radstands ist das Lenktrapez jedoch nur wenig ausgeprägt.


Die eingebaute Vorderachse von oben ...
Die eingebaute Vorderachse von oben ...
(noch ohne Federung)
 
... und von unten mit dem Lenkrad-Antrieb
... und von unten mit dem Lenkrad-Antrieb
 


Die Antriebsachse ist Teil einer gefederten Schwinge, die sich beim Ein- und Ausfedern um einen definierten Drehpunkt bewegen kann.
In diesem Drehpunkt befindet sich auch das Zahnrad des 90°-Winkeltriebs zur Krafteinkopplung. Das hat den Vorteil, dass die Kraftübertragung auf die Antriebsachse weder Kardangelenke noch einen Längenausgleich benötigt.

Neben dem Differenzial enthält die Schwinge eine Gesamt-Untersetzung von 15:1. Das höchste Drehmoment wird somit erst unmittelbar am Differenzial erzeugt, und der 90°-Winkeltrieb zur Kraftübertragung auf die Antriebsachse wird nur mit einem relativ kleinen Drehmoment belastet.
Im Sinne einer längeren Haltbarkeit wurde sowohl der 90°-Winkeltrieb als auch die Kraftübertragung auf das Differenzial doppelt ausgeführt.


Die Antriebsachse und die ...
Die Antriebsachse und die ...
(noch ohne Federung)
 
... Kraftübertragung auf die Antriebsachse
... Kraftübertragung auf die gefederte Schwinge
 



Da der Duell-Truck im Film zeitweise scheinbar sehr schnell unterwegs ist, sollte auch das Modell mit einem kräftigen Antrieb ausgestattet werden.

Er besteht aus 2 Motoren, wie sie auch in den anderen Modellen verwendet werden (Igarashi SP 3650-65), die parallel auf eine Welle arbeiten. Dieser Antrieb mit einer Gesamt-Untersetzung von nur etwa 21:1 verleiht dem Modell auf ebener Straße eine Geschwindigkeit von ca. 2 m/s (ca. 7 km/h).
Der Motorblock mit den beiden Motoren
Der Motorblock mit den beiden Motoren


Nach Einbau des Akkus und der Fernsteuerungskomponenten war das Fahrgestell bereits fahrbereit. Alle noch fehlenden Komponenten wurden anschließend überwiegend in Modul-Bauweise nacheinander aufgesetzt bzw. angebaut.

Vorderer Bereich des Fahrgestells
Vorderer Bereich des Fahrgestells ...
 
Hinterer Bereich des Fahrgestells
... und hinterer Bereich des Fahrgestells



Der komplette Unterbau der Zugmaschine
Der komplette Unterbau der Zugmaschine
Die Gesamt-Ansicht des komplett in Schwarz gehaltenen Unterbaus - hier bereits mit Führerhaus-Boden, Teilen der Inneneinrichtung sowie Abdeckplatte für den Akku - zeigt den großen Radstand des Fahrzeugs.


Der Motorraum des Peterbilt 281 ist im vorderen Bereich ziemlich schmal und wird - soweit es erkennbar ist - nach hinten linear zunehmend breiter; auch das anschließende Führerhaus folgt dieser Kontur.

Es war kein Problem, diese Kontur im Modell nachzubilden, allerdings ließ sich bereits erahnen, dass die Motorhaube und das Führerhaus-Dach dadurch sicher nicht einfacher sein würden.
Insbesondere musste eine sinnvolle Schnittstelle zur Motorhaube gefunden werden, die beim fertigen Modell möglichst einfach und ohne Werkzeug zu Öffnen bzw. zu Entfernen sein sollte.
Das Modell mit Motorraum und Führerhaus
Das Modell mit Motorraum und Führerhaus


Da im Internet auch Bilder von der Inneneinrichtung gefunden wurden, konnte das Führerhaus des Modells im Inneren ebenfalls entsprechend gestaltet werden.

Die Bedienelemente des <b>Duell-Truck</b> (<b>Duel Truck</b>)
Die Bedienelemente des Duell-Truck (Duel Truck)
Neben der Lenkung sind auf dem Boden 3 Pedale sowie 2 Schalthebel erkennbar.

An der Armaturentafel wurde stellvertretend für ein Schalterfeld der Ein-/Aus-Schalter für das Modell angebracht sowie eine Nachbildung des charakteristischen Handbremshebels, der in den letzten Szenen des Spielfilms hektisch nach vorn gezogen wird - leider zu spät, um den Sturz in die Schlucht zu verhindern.

Die Instrumententafel wurde ebenfalls aus einem Bild rekonstruiert und nach entsprechender fototechnischer Bearbeitung ein Aufkleber hergestellt.


Im Vergleich zur Fahrzeugbreite ist auch das Führerhaus des Peterbilt 281 ziemlich schmal gehalten.

Ob der Original-Duell-Truck überhaupt einen Beifahrersitz hatte, konnte nicht recherchiert werden. Vorliegende Bilder des noch existierenden Trucks zeigen allerdings, dass für den Beifahrer zumindest ein Hocker vorhanden gewesen sein könnte - und ein nachempfundener Hocker wurde auch als Beifahrer-Sitz in das Modell eingebaut.
Die Bestuhlung des <b>Duell-Truck</b><br>(von oben betrachtet)
Die Bestuhlung des Duell-Truck
(von oben betrachtet)


Charakteristisch ist der Kühler, dessen matt-silberne Farbgebung eine abgenutzte Verchromung darstellen soll.
Im Original sind zwar 17 mehr oder weniger verbogene Lamellen erkennbar, im Modell konnten jedoch nur 16 Lamellen untergebracht werden. Sie bestehen aus schmalen Lochbändern, welche an den Enden verschränkt und auf versteckt montierten Gewindestangen aufgereiht sind.
Wie das Original trägt auch das Modell ein (selbstgemachtes) Peterbilt-Emblem.


Der Kühler von der Rückseite ...
Der Kühler von der Rückseite ...
 
... und im montierten Zustand
... und im montierten Zustand



Die montierte Führerhaus-Front
Die montierte Führerhaus-Front
Zur Einheit der Führerhaus-Front gehören gleichzeitig eine Verbindung zum Kühler und zur Führerhaus-Rückwand.
Durch diese Verbindungen bekommt der Aufbau eine erhebliche Stabilität und erlaubt die Befestigung der Motorhaube sowie des Führerhaus-Daches.

Das erkennbare Teil der Motorhaube besteht nicht aus Metallbaukasten-Material, da die Herstellung aus 0,5mm-Stahlblechen von Metallus zu lästig erschien.
Verwendet wurde stattdessen 0,5mm-Aluminiumblech aus dem Baumarkt, welches deutlich einfacher zu bearbeiten war.


Das entfernbare Teil der Motorhaube besteht ebenfalls aus 0,5mm-Aluminiumblech.

Das Blech hat gewisse Feder-Eigenschaften; zur Befestigung wird es auf die Verbindung zwischen Kühler und Führerhaus-Front aufgesetzt und rastet mit seinen 4 Bohrungen auf 4 Schrauben der Motorraum-Seitenteile ein.
Entsprechend einfach kann die Motorhaube auch ohne Werkzeug wieder abgenommen werden.
Die montierte Motorhaube
Die montierte Motorhaube


Auch das Führerhaus-Dach wurde aus handelsüblichem Aluminium hergestellt, um nicht zu viele Metallbaukasten-Bleche anschaffen und bearbeiten zu müssen.
Die Verwendung herkömmlicher Aluminiumbleche ist zwar eine massive Abweichung vom Baukasten-System, aber der versierte "Schrauber" wird sicher Mittel und Wege finden, ähnliche Formen auch mit Metallbaukasten-Teilen zu realisieren.

Die weiteren Anbauteile sollen nachfolgend am kompletten Modell beschriebenen werden.



Die Frontseite des <b>Duell-Truck</b> (<b>Duel Truck</b>)
Die Frontseite des Duell-Truck (Duel Truck)
Die vordere Stoßstange des Originals war mit Eisenbahnschienen verstärkt und trug mehrere Nummernschilder. Hiermit sollte suggeriert werden, dass der "Killer-Truck" bereits mehrere andere PKW auf dem Gewissen hat.

Beide Details wurden auch im Modell übernommen, wobei die in Fahrtrichtung linke Nummernschild-Reihe aus Bildern des Films rekonstruiert wurde.


Die linke Einstiegsstufe war gleichermaßen der Kasten für die Starter-Batterien.
Diese Erkenntnis ist einem Film-Fehler zu verdanken in der Sequenz, als der Truck die Telefonzelle niederwalzt. Hier gibt es eine Szene, die den Batteriekasten ohne Abdeckung zeigt, und für einen kurzen Moment sind die Starterbatterien eindeutig sichtbar. In der nächsten Szene war die Abdeckung wieder angebracht.



Der angedeutete Tank besteht im Wesentlichen aus 7 Tellerrädern mit dem Durchmesser 65 mm, die mittels einer Welle zusammengehalten werden.

Die Befestigung des Tanks ist ebenfalls dem Original nachempfunden. Sie erfolgt durch 2 bogenförmige Halterungen sowie 2 angedeutete Spannbänder, die aus schmalen Metallus-Lochbändern angefertigt wurden.
Unterhalb des Tanks werden die Bänder mit Schrauben gespannt und erlauben somit eine zuverlässige Fixierung des Tanks.
Die linke Seite der Zugmaschine
Die linke Seite der Zugmaschine


Die rechte Seite der Zugmaschine
Die rechte Seite der Zugmaschine
Der gelb gefärbte Luftfilter auf der rechten Seite war nicht der Original-Luftfilter eines Peterbilt 281 mit Cummins-Motor, sondern ein Caterpillar-Luftfilter. Der Duell-Truck wurde in den 1960-er Jahren mit einem Caterpillar-Motor ausgerüstet und erhielt deshalb den dazu passenden Luftfilter.

Für den Luftfilter der Modells wurden neben Baukasten-Material diverse andere Teile verwendet, die sich im häuslichen Magazin angesammelt hatten.
Sowohl Form- wie auch Farbgebung erfolgte anhand aus dem Film extrahierter Bilder.



Auf der rechten Seite hinter dem Führerhaus befinden sich neben dem Auspuff der Luftdruckbehälter für das Bremssystem sowie ein Kasten - vermutlich ein Werkzeugkasten oder ähnliches.

Der nachempfundene Auspuff besteht aus herkömmlichem Aluminium-Rohr und Aluminium-Rundmaterial aus dem Baumarkt sowie einem Stück Edelstahlrohr aus eigenen Lagerbeständen. Mittels zwei Schellen aus gebogenen schmalen Flachbändern ist der Auspuff an der Führerhaus-Rückwand befestigt

Der Kasten ist nur in ganz wenigen Szenen sichtbar, aber wenn man genau hinsieht, dann erkennt man an ihm eine kleine Leiter zum einfacheren Besteigen des Trucks.
Diese Leiter wurde aus 1mm-Draht zusammengelötet und mittels Kabelschuhen am Kasten befestigt.

Der markante Kasten an der Führerhaus-Rückwand war ein sog. Sumpf-Kühler, im Prinzip also Bestandteil einer einfachen Klima-Anlage.
Hierbei wurde Luft über einen Eisblock geleitet, und über ein Schlauchsystem konnte das Führerhaus für eine gewisse Zeit mit kühler Luft versorgt werden.
Die rechte Seite hinter dem Führerhaus
Die rechte Seite hinter dem Führerhaus



Interessante Funktionen hatten der am Kühler montierte Spiegel und der Zusatzscheinwerfer am Führerhaus.
In den 1950-er und 1960-er Jahren war die Steuerung der Verbrennungsmotoren bei weitem noch nicht so ausgereift, wie heutzutage. So musste der Fahrer z. B. darauf achten, den Motor nicht zu überlasten - und ein Indikator für Überlastung war schwarzer Rauch.
Um die Farbe während der Fahrt beobachten zu können, war am Kühler ein Spiegel angebracht. Bei Dunkelheit strahlte zudem ein auf den Auspuff gerichteter Scheinwerfer den Rauch an.

Die Halterungen des Zusatzscheinwerfers sowie aller anderen angedeuteten Spiegel bestehen ebenfalls aus Drähten, die in Kabelschuhen eingelötet sind.

Der Trichter des Signalhorns auf dem Führerhaus-Dach besteht aus einer rostfarben lackierten Kabeltülle sowie einer daran befestigten Welle.


Die Zugmaschine von links ...
Die Zugmaschine von links ...
 
... und von rechts betrachtet
... und von rechts betrachtet



Die Sattelkupplung ist ebenfalls sehr einfach gehalten.
Zuerst wurde zwar eine Verriegelung vorgesehen, um unbeabsichtigtes Entkuppeln zu verhindern, letztendlich erschien das aber unnötig. Wichtig ist, dass der Mitnehmer für den Königszapfen des Aufliegers in der Kippachse des Satteltellers liegt, damit der Teller beim Beschleunigen und Abbremsen nicht hin und her kippt.

Momentan wird der Königszapfen nur in die Sattelkupplung eingesteckt und vom eigenen Gewicht festgehalten. Dadurch kann der Auflieger sehr einfach angekuppelt bzw. abgekuppelt werden - und nach den Erfahrungen der ersten Probefahrten ist diese einfache Methode vollkommen ausreichend.
Die Sattelkupplung
Die Sattelkupplung


Fahrbereit mit einem 7-zelligen Nickel-Cadmium-Akku hat die Zugmaschine eine Masse von ca. 8,5kg, die auf Vorder- und Hinterachsen eine Gewichtskraft von jeweils ca. 42N erzeugt.
Da der hintere Bereich zusätzlich mit dem Auflieger belastet wird, konnten die erforderlichen Druckfedern erst nach Fertigstellung des Aufliegers berechnet werden.




Duell-Truck-Tank-Auflieger

Vom Auflieger des Original-Duell-Trucks ist praktisch nichts bekannt. Da er jedoch einige deutliche Unterschiede zum Auflieger des noch existierenden Trucks aufweist, wurde das Modell ausschließlich anhand aus dem Film extrahierter Bilder konstruiert.

Auffällig ist z. B., dass der Original-Auflieger im Gegensatz zum noch existierenden Fahrzeug keine Stützräder hatte. Da die Zugmaschine und der Auflieger meistens eine Einheit bildete, die nur selten getrennt werden musste, konnte man auf Stützräder oftmals verzichten - und auch das Modell wurde dadurch einfacher.

Bei genauerer Betrachtung ist erkennbar, dass das Seitenteil unterhalb des Kessels auf der linken Seite weiter nach vorn ragt, als auf der rechten Seite. Hinter diesen Seitenteilen befinden sich Stauräume für Armaturen und Schläuche, die - soweit es erkennbar ist - mit jeweils 2 Türen in unterschiedlicher Anordnung verschlossen sind. Diese Unsymmetrie wurde ebenfalls auf das Modell übertragen.



Das Gerüst des Aufliegers besteht aus einem einfachen Rahmen mit Querträgern, an dem das gefederte Fahrgestell und der Königszapfen (engl.: coupling pin oder kingpin) zur Kopplung mit der Zugmaschine befestigt sind.

An dieses Gerüst lassen sich alle weiteren erforderlichen Komponenten überwiegend in Modulbauweise einfach anbringen.
Das montierte Fahrgestell im hinteren Bereich (noch ohne Federung)
Das montierte Fahrgestell im hinteren Bereich
(noch ohne Federung)


Die Staukästen unter dem Kessel
Die Staukästen unter dem Kessel
Im nächsten Schritt wurden die kastenförmigen Stauräume konstruiert und an den Rahmen geschraubt.

Diese Staukästen bilden nach Fertigstellung eine zusätzliche Verbindung zwischen Rahmen und Seitenteile, die der gesamten Konstruktion eine beachtliche Verwindungssteifheit verleiht.


Aus Gründen des Gewichts und der Komplexität sollte von vornherein nur der sichtbare Teil des Kessels nachgebildet werden, im Prinzip also nur die obere Hälfte. Damit der Betrachter von unten aber nicht nur in einen großen Hohlraum sieht, wurde der Tankboden in Form schräg eingebauter Bleche angedeutet.

Der angedeutete Tankboden im hinteren Bereich
Der angedeutete Tankboden im hinteren Bereich
(rechts ist der Stoßstangenträger erkennbar)
 
Der komplette Unterbau des Tank-Aufliegers
Der komplette Unterbau des Tank-Aufliegers
 


Wie die Staukästen sind auch die Seitenteile entsprechend unsymmetrisch. Sie enthalten die erforderlichen Zugangsöffnungen, welche auf jeder Seite mit 2 Türen verschlossen sind; diese Türen können geöffnet werden.

Der hintere Bereich der Seitenteile ist abgeschrägt, wobei für diese Schräge anhand der vorliegenden Bilder eine Neigung von etwa 16° zur Senkrechten ermittelt wurde.
Aufgrund der Rundungen und Schrägen ist das Auskleiden der Seitenteile mit den relativ dicken Metallus-Verkleidungsplatten unpraktisch. An einigen Stellen wurden deshalb - wie schon bei der Zugmaschine - kleine Stücke 0,5mm - Alublech aus dem Baumarkt verwendet.


Der hintere Bereich des linken Seitenteils von außen
Der hintere Bereich des linken Seitenteils von außen
 
Der hintere Bereich des linken Seitenteils von innen
Der hintere Bereich des linken Seitenteils von innen

Die Seitenteile sind mit jeweils 4 Schrauben am Rahmen befestigt und gleichermaßen mit den Staukästen verschraubt.


Der Kessel des Originals hat einen elliptischen Querschnitt, der zumindest für die obere Hälfte einigermaßen exakt nachgebildet werden sollte.

Hierzu wurden zuerst die Achsen der Ellipse festgelegt, wobei eine Breite von 19 Loch (waagerechte Halbachse = 9,5 Loch = 120,65mm) und eine Höhe von 13 Loch (senkrechte Halbachse = 6,5 Loch = 82,55mm) eine gute erste Näherung lieferte.
Die Berechnung des Umfangs mit Hilfe einer numerischen Integration ergab 644mm, das heißt, für die obere Hälfte 322mm entsprechend 25,35 Loch.
Da Verkleidungsplatten mit einer Länge von 25 Loch = 317,5mm verwendet werden sollten, wurde die senkrechte Halbachse schrittweise verringert und der Umfang jeweils erneut berechnet.
Ein halber Umfang von 317,5mm ergibt sich demnach bei einer senkrechten Halbachse von 79,34mm = 6,25 Loch.
Das Rechnen mit Bruchteilen von Rasterabständen mag als ungewöhnlich und störend erscheinen, im Nachhinein betrachtet war das aber durchaus vorteilhaft; eine Begründung folgt später bei der Beschreibung der Kessel-Rückwand.
Mit den ermittelten Halbachsen wurde mit Hilfe der Ellipsenkonstruktion nach de la Hire eine Biege-Schablone für die Kesselbleche auf Papier gezeichnet.

Der Kessel besteht im Wesentlichen aus aneinandergereihten Metallus-Verkleidungsplatten, die vorher nach Schablone gebogen wurden. Im vorderen und hinteren Bereich ist der Kessel abgerundet und die Kessel-Rückwand ist zudem geneigt. Um auch hier nicht Metallus-Verkleidungsplatten zuschneiden zu müssen wurden die Übergänge zu Kessel-Front und Kessel-Rückwand ebenfalls aus 0,5mm Alu-Blech hergestellt.
Der Kessel hat oben insgesamt 3 Zugangsöffnungen; auch diese wurden beim Modell ebenso angedeutet, wie die Umrandung der Zugangsöffnungen (oberer Kesselabschluss).


Die vordere Hälfte und ...
Die vordere Hälfte und ...
 
... die hintere Hälfte des Kessels
... die hintere Hälfte des Kessels


Mit jeweils 10 Flachstücken wurde der Kessel an die Seitenteile geschraubt:

Die montierten Seitenteile ...
Die montierten Seitenteile ...
 
 
... und der Kessel
... und der Kessel
(erkennbar ist auch die montierte Stoßstange)


Die Kessel-Frontwand besteht aus einer zugeschnittenen und geknickten Pappe, welche mit Lochbändern, Bogenbändern und Flachstücken in Form gehalten wird.

Da Bogenbänder nicht in beliebigen Längen erhältlich sind, wurden sie zum Teil aus verfügbaren Bogenbändern auf Länge geschnitten.
Die montierte Kessel-Frontwand
Die montierte Kessel-Frontwand


Schwieriger war die Konstruktion der Kessel-Rückwand, da sie eine elliptische Form hat, zur Senkrechten geneigt ist und zugleich nach außen gewölbt ist. Da diese Form mit Stahlblechen schwer zu realisieren ist, wurde die Kessel-Rückwand ebenfalls aus Pappe gefertigt und entsprechend lackiert.

Zur Herstellung der Wölbung wurde die Pappe angefeuchtet und in diesem Zustand die Wölbung geformt. Nach Trocknung blieb die Form erhalten, aber aus Stabilitätsgründen wurde noch eine Umrandung aus Flachstücken und Bogenbändern angebracht, die zum Teil ebenfalls auf die erforderlichen Längen zu schneiden waren.

Vor der Montage wurde die Kessel-Rückwand mit der Auflieger-Rückseite verschraubt und beide Teile als Einheit montiert.

Die Kessel-Rückwand mit der Auflieger-Rückseite
Die Kessel-Rückwand mit der Auflieger-Rückseite
 
Die montierte Einheit
Die montierte Einheit


An dieser Stelle soll noch kurz begründet werden, warum für die senkrechte Halbachse des Kessels eine optimale Länge von 6,25 Loch rechnerisch durchaus sinnvoll ist:
Anhand der vorliegenden Bilder wurde - wie bereits oben erwähnt - auch für die Kessel-Rückwand eine Neigung von etwa 16° zur Senkrechten ermittelt, und in dieser Position müssen Kessel-Rückwand und Kessel zusammenpassen.
Die Projektion der Kessel-Rückwand muss demnach ebenfalls eine senkrechte Halbachse von 6,25 Loch haben, die tatsächliche Länge der senkrechten Halbachse L errechnet sich unter Berücksichtigung der Neigung aber zu

L = (6,25 Loch / cos 16°) = (6,25 Loch / 0,96) = 6,5 Loch

Eine Halbachse von 6,5 Loch Länge entspricht einer Achse von 13 Loch - und diese passt wieder ins Rastermaß.


Als letzte Konstruktionteile wurden die Türen, die Leiter und die schräg anzubringenden Abdeckbänder der Seitenteile montiert.


Die Türen auf der linken Seite
Die Türen auf der linken Seite
 
Die Leiter auf der Frontseite
Die Leiter auf der Frontseite


Die Beschriftung auf der rechten Seite
Die Beschriftung auf der rechten Seite
Der Tank-Auflieger trug mehrere Schriftzüge, die vor seinem gefährlichen Inhalt warnen sollten. Auf beiden Seiten befanden sich jeweils ein großer und ein kleiner Aufdruck mit dem Wort "FLAMMABLE", dargestellt mit roten Buchstaben auf weißem Hintergrund.
Leider hat das Modell an den entsprechenden Stellen keine ausreichend große Flächen, die nicht von Schrauben durchdrungen werden. Die Aufkleber für die großen Schriftzüge mussten deshalb an einigen Stellen mit Öffnungen für die Schraubenköpfe versehen werden. Schriftart und Schriftgröße wurden so gewählt, dass keine Buchstaben durchdrungen werden.




Berechnung der Federung

Vorderachse der Zugmaschine


Federung der Vorderachse der Zugmaschine
Federung der Vorderachse der Zugmaschine
Die vorderräder tragen eine Gewichtskraft von ca. 42N, die sich - abzüglich eines angenommenen Wertes von 10% für das Gewicht der Achse - auf 4 gleiche Schrauben-Druckfedern verteilt.

Bei einer gewünschten Einfederung von 10mm errechnet sich daraus eine Federrate von

c = (42N · 0,9) / (4 · 10mm) = 0,95N/mm


Achsen des Aufliegers

Die Räder tragen eine Gewichtskraft von ca. 54N, die sich - abzüglich eines angenommenen Wertes von 10% für das Gewicht der Achsen - ebenfalls auf 4 gleiche Schrauben-Druckfedern verteilt.

Bei einer gewünschten Einfederung von 10mm errechnet sich daraus eine Federrate von

c = (54N · 0,9) / (4 · 10mm) = 1,2N/mm
Federung der Achsen des Aufliegers
Federung der Achsen des Aufliegers


Hinterachsen der Zugmaschine

Die Federn der beiden Hinterachsen tragen die Gewichtskraft des hinteren Bereiches der Zugmaschine von ca. 42N abzüglich eines angenommenen Wertes von 10% für das Gewicht der Achsen sowie einen Teil der Gewichtskraft des Aufliegers von ca. 34N - insgesamt also ca. 72N.
Da der Sattelteller nicht genau zwischen den Hinterachsen, sondern näher an der Antriebsachse liegt, verteilt sich die Gewichtskraft von 72N im Verhältnis 64:36 auf die Antriebs- und auf die Nachlaufachse (beim Original-Duell-Truck war es 60:40), also im Verhältnis 46N : 26N.
Da sowohl die Antriebs- als auch die Nachlaufräder an einer Schwinge befestigt sind und die Federn nicht unmittelbar über den Achsen liegen, ergibt sich eine weitere Aufteilung der Gewichtskräfte im Verhältnis der wirksamen Hebel; aufgrund der vorliegenden Konstruktion entfallen ca. 29% der Kräfte auf den Fixpunkt und ca. 71% auf den Federpunkt der Aufhängungen. Diese Kräfte sind nochmals zu halbieren, da jede Achse 2 Federn hat.
Abschließend ist noch zu beachten, dass der Weg an den Federn um das Hebelverhältnis größer ist, als der Weg an den Rädern. Im vorliegenden Fall werden bei einem Federweg am Rad von 10mm die Federn um 14mm zusammengedrückt.


Federung der Hinterachsen der Zugmaschine
Federung der Hinterachsen der Zugmaschine
Unter Berücksichtigung dieser Bedingungen ergeben sich folgende Federraten:

Antriebsachse: c = (46N · 0,71) / (2 · 14mm) = 1,2N/mm

Nachlaufachse: c = (26N · 0,71) / (2 · 14mm) = 0,66N/mm


Alle Federn konnten aus 2 unterschiedlichen noch vorhandenen Rohlingen (Meterware) angefertigt werden.
Nach Einbau und Test der Federung zeigte sich erneut, dass die angenommenen Federwege trotz dieser einfachen Berechnung sehr gut angenähert werden.


Obwohl die Farbgebung des Modells in Anlehnung an den Original-Truck bzw. den existierenden Truck erfolgte, sieht das Modell nicht abgenutzt und schmutzig aus, sondern eher wie ein Neu-Fahrzeug.
Das liegt einerseits sicher an den glänzenden Schrauben, hauptsächlich aber an der fehlenden künstlichen Alterung.


Der komplette <b>Duell-Truck (Duel Truck) von ...
Der komplette Duell-Truck (Duel Truck) von links ...
 
... und von rechts betrachtet
... und von rechts betrachtet


Inwieweit an diesem Modell zukünftig eine künstliche Alterung durchgeführt wird, ist derzeit noch unklar. Unter Umständen sind dazu erst gewisse Techniken wie z. B. Airbrush o. ä. zu erlernen, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.


Und abschließend noch ein Video des Duell-Truck (78s / 12,9MB).


Daten der Duell-Truck-Zugmaschine:

Länge:82cm
Breite:27cm
Höhe:35cm
Gewicht:ca. 8,5kg fahrbereit mit Akku
Anzahl der Bauteile:




ca. 2555, davon
ca.   765 Konstruktions- und Sonderteile
ca.   735 Schrauben
ca.   905 Muttern
ca.   150 Scheiben


Daten des Duell-Truck-Aufliegers:

Länge:116cm
Breite:27cm
Höhe:30cm
Gewicht:ca. 9kg
Anzahl der Bauteile:




ca. 1945, davon
ca.  475 Konstruktions- und Sonderteile
ca.  690 Schrauben
ca.  720 Muttern
ca.    60 Scheiben

Home