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Servo-Elektronik als Fahrtregler

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  Wenn man keine hohen Ansprüche stellt und Geld sparen möchte, dann kann z. B. eine Servo-Elektronik zu einem einfachen Fahrtregler umfunktioniert werden.
Im Gegensatz zu vielen "richtigen" Fahrtreglern erreicht der angeschlossene Motor in beiden Drehrichtungen die max. Drehzahl, was bei manchen Anwendungen durchaus vorteilhaft oder sogar erwünscht sein kann. Andererseits gibt es aber auch einige gravierende Nachteile.

Neben den elementaren Funktionen eines Fahrtreglers enthält eine Servo-Elektronik noch ein Potentiometer (Poti) zur Rückmeldung der Position. Mit diesem Poti lässt sich z. B. bei Mittelstellung des Steuerknüppels die Motorspannung auf Null Volt abgleichen, eine deutlich geringere Baugröße ergibt sich jedoch mit einem Spannungsteiler aus 2 (SMD-) Festwiderständen.


Das Poti des Mini-Servos ES-05 JR hat einen Widerstand von 5k, und ungefähr in diesem Bereich sollte der Gesamtwiderstand des Spannungsteilers liegen.

Das Teilerverhältnis ist so einzustellen, dass bei Mittelstellung des Steuerknüppels und neutraler Trimmung der Motor nach Möglichkeit still steht. Im vorliegenden Fall wurden die Richtwerte 2,49k und 1,78k ermittelt, welche gemäß der nebenstehenden Abbildung einzulöten sind.
Beide Seiten der Servo-Elektronik eines ES-05 JR
Beide Seiten der Servo-Elektronik eines ES-05 JR


Bei dieser Prozedur zeigt sich bereits ein Nachteil dieses einfachen Fahrtreglers: Die Nullpunkt-Einstellung ist äußerst diffizil, da die Schaltung dafür ausgelegt ist, möglichst kleine Positionsabweichungen zu erkennen und auszuregeln - ganz im Gegensatz zu einem "richtigen" Fahrtregler.

Ein weiterer Nachteil ist die Stabilität des Nullpunktes. Da die Schaltung nicht aus einer stabilisierten Spannung versorgt wird und der Betrieb mit 3,7V (eine LiPoly-Zelle) weit unterhalb des spezifizierten Wertes von 4,8V liegt, driftet der Nullpunkt mit abnehmender Akku-Spannung. Besonders bei einem vollen Akku muss während der ersten Minuten ständig nachgetrimmt werden. Ob sich ein "richtiger" Fahrtregler bei Betrieb mit Unterspannung stabiler verhält, ist allerdings fraglich.

Daneben gibt es noch ein paar weniger markante Eigenarten.
So vermisst man z. B. das typische Surren im Kilohertz-Bereich, wie es von "richtigen" Fahrtreglern bekannt ist. Stattdessen wird die Motor-Spannung im 50Hz-Takt der Impulsübertragung zur Verfügung gestellt, was besonders bei niedrigen Drehzahlen zu einem deutlich hörbaren "Knurren" des Motors führt.

Und ob letztendlich die Endstufe einer Servo-Elektronik kurzschlussfest ist, darf ebenfalls bezweifelt werden; dies wurde aus Sicherheitsgründen bisher nicht getestet.

Fazit: Es funktioniert zwar, aber ideal ist es nicht.


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