Ford Grand Tourneo Connect

Probleme am Ford Grand Tourneo Connect, Baujahr 2014 mit 1,6 l TDCi Duratorq Dieselmotor

Augen auf beim Autokauf!

 


  Um es vorab zu sagen:

Sollten wir jemals ein neues Auto brauchen, dann wird es ganz sicher kein Ford sein!


Es ist nicht meine Absicht, diese Hobbyseite mit Negativ-Berichten zu "vergiften", aber der anhaltende Ärger über die aus meiner Sicht beispiellose Schlamperei und Ignoranz seitens Ford und derer Vertragswerkstätte hat mich schließlich doch dazu bewogen, die im Zusammenhang mit dem Ford Tourneo Connect erlebten Sachverhalte hier zu schildern.

Es ist auch nicht einfach, bei diesem Thema einigermaßen sachlich zu bleiben, aber mit diesem Füllhorn an Konstruktions- und/oder Fertigungsfehlern haben wir seit 11 Jahren mehr Probleme, als in 40 Jahren zuvor mit allen anderen Autos zusammen.
Sämtliche im Internet beschriebenen Mängel werden an unserem Exemplar gewissermaßen "Punkt für Punkt abgearbeitet" - man könnte meinen, dass seit Jahren ein Verfallsdatum überschritten ist.
Wenn das moderner Automobilbau sein soll, dann braucht man sich über die Krise mancher Hersteller wirklich nicht zu wundern.


Aber der Reihe nach (aktuelle Probleme zuerst):


Juni 2026 (Kilometerstand ca. 97000) - Ausfall der nahezu kompletten Fahrzeugbeleuchtung

Ende Juni 2026 war es sehr heiß und der Ford Tourneo Connect stand einige Tage in der Garage.
Auf dem Weg zum Einkaufen signalisierte die interne Kontrollleuchte, dass der Blinker mit etwa der doppelten Frequenz arbeitete.

Früher war das ein Hinweis auf eine defekte Blinkerlampe, aber diese Zeiten sind offenbar vorbei.
Eine Überprüfung zeigte, dass ohne jegliche Vorwarnung nahezu die komplette Fahrzeugbeleuchtung ausgefallen war.

Betroffen waren Blinker, Warnblinker(!), Standlicht, Tagfahrlicht, Abblendlicht, Rücklicht, Nummernschildbeleuchtung sowie Nebelscheinwerfer und Nebelrückleuchte.
Lediglich Fernlicht und Bremslicht funktionierten noch, weil diese Kreise separat abgesichert sind.

Die Recherche hat ergeben, dass alle betroffenen Stromkreise von nur einem einzigen elektronischen Modul gesteuert werden (Body Control Module BCM).
Fällt dieses Modul aus, dann signalisieren die internen Kontrollleuchten zwar eine ordnungsgemäße Funktion, außen bleibt das Fahrzeug jedoch komplett dunkel.

Fatal ist hierbei, dass auch die Warnblinkanlage nicht mehr funktioniert.
Dabei sollte es m. E. selbstverständlich sein, dass eine Warneinrichtung über einen separaten Stromkreis betrieben und abgesichert wird. Was nützt eine Warneinrichtung, die beim erstbesten Fehler gleich mit ausfällt? Wenn sowas nachts auf der Landstraße passiert, dann kann das lebensgefährlich sein.

Die Ursache wurde nicht gefunden. Denkbar ist ein gelegentlich auftretender Kurzschluss infolge durchgescheuerter Leitungsisolation, was bei diesem Fahrzeug leider keine Seltenheit ist. Im Internet wird aber auch über andere haarsträubende Ursachen für den Ausfall des BCM berichtet.
Behoben werden kann dieser Ausfall bestenfalls durch längeres Abklemmen der Batterie (Reset des BCM).

Da der Ausfall jederzeit erneut stattfinden kann, ist der Ford Tourneo Connect zumindest bei Dunkelheit nicht mehr gefahrlos zu betreiben.

Als Prüfingenieur für die Sicherheit elektrischer Geräte und Anlagen stellt sich mir deshalb folgende Frage:

Wie kann es sein, dass ein Fahrzeug mit einem derart zweifelhaften Beleuchtungskonzept eine Zulassung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) bekommt?

Diese Frage wurde Anfang Juli 2026 an das KBA gerichtet, eine Antwort darauf steht nach 4 Wochen noch aus.

Laut Wikipedia ist das KBA im Zusammenhang mit dem Abgasskandal in die Kritik geraten und wird vereinzelt als (Zitat) "Bettvorleger der Automobilindustrie" bezeichnet.
So weit möchte ich an dieser Stelle nicht gehen, aber durch die Zulassung solch zweifelhafter Beleuchtungskonzepte wird dieser Vorwurf nicht gerade entkräftet.



Juni 2025 (Kilometerstand ca. 87000) - Ausfall der Heckklappenelektrik

Wir waren gerade von der Zylinderkopf-Reparatur aus Polen zurück (siehe weiter unten), als sich plötzlich die Heckklappe nicht mehr öffnen ließ.

Heutzutage muss ja jeder Mist elektrisch sein und die Fehlersuche hat ergeben, dass die hierfür zuständige Sicherung durchgeschmolzen war.
Das Einsetzen einer neuen Sicherung hatte keinen Erfolg, da auch diese sofort wieder kaputt war.
Irgendwo musste also ein satter Kurzschluss sein - vermutlich im Bereich des Heckklappenscharniers, weil die elektrischen Leitungen dort häufiger Biegung ausgesetzt sind.

Um an das Heckklappenschloss zu gelangen war zuerst die Verkleidung zu entfernen - das ging noch relativ gut.
Auch die Befestigungsschrauben des Schlosses konnten gelöst werden, allerdings ist das Ganze so unpraktisch montiert, dass die Heckklappe ohne Anwendung von Gewalt dennoch nicht zu öffnen war. Einen weiteren Schaden wollte ich jedoch nicht riskieren.

Um auch die Leitungen zur Schließmechanik nicht zu beschädigen, wurde der Stecker vom Schloss abgezogen - das hätte man besser nicht getan:
Ein abgezogener Stecker signalisiert der minderbemittelten Elektronik, dass die Heckklappe nicht verschlossen ist mit der Folge, dass das Standlicht auch tagsüber dauerhaft eingeschaltet wird.
Was soll dieser Schwachsinn???.
Es würde doch reichen, das Standlicht nur bei Dunkelheit einzuschalten - ein Helligkeitssensor ist für die Lichtautomatik doch sowieso vorhanden.
Oder das Standlicht nach ein paar Minuten wieder abzuschalten, um die Batterie zu schonen.

Am hellichten Tag hatte ich das Standlicht jedenfalls nicht bemerkt und am nächsten Tag war die Batterie natürlich leer - na super!
Was ist das nur für ein elektronischer Mistdreck, der in diesem Auto verbaut wurde???

Um weiterzukommen, war also erstmal eine neue Batterie fällig. Da die alte (originale) Batterie bereits 11 Jahre alt und sicher nicht mehr im besten Zustand war, möchte ich dies nicht als Mangel aufführen - der Mangel ist einmal mehr dieser elektronische Mist im Ford Tourneo Connect.

Mit einer neuen Batterie und einer nach wie vor verschlossenen Heckklappe habe ich schließlich eine Ford-Werkstatt im Norden von Bonn aufgesucht.
Irgendein Mitarbeiter - vermutlich war es der Chef selbst - hat mir dann groß und breit erklärt, wie die Heckklappe geöffnet werden kann. Demnach müsse man die Kunststoffabdeckung am Schloss abknacken, um an weitere Schrauben zu gelangen.

Gesagt - getan. Die Kunststoffabdeckung war danach zwar erfolgreich zerstört, aber weitere Schrauben waren nicht in Sicht.

Was für ein Dummschwätzer! Da bekommt man so richtig Vertrauen in sogenannte "Vertragswerkstätte".
Dieser Dummschwätzer hätte mir ja auch einen Termin zur Reparatur anbieten können. Fehlanzeige - an solchen Reparaturen ist man heutzutage offenbar überhaupt nicht mehr interessiert. In diesem Fall war es vielleicht besser so, aber im Grunde genommen ist auch sowas ein Armutszeugnis für die deutsche Autoindustrie.



Durchgescheuerte Leitungsisolation
Letztendlich habe ich die Heckklappe des Ford Tourneo Connect vom "Schrauber meines Vertrauens" reparieren lassen - einer freien Werkstatt, mit der ich immer zufrieden war und bis heute auch bin.

Ich weiß nicht, wie er die Heckklappe aufgekriegt hat und ich habe auch nicht danach gefragt.

Aber er hat mir ein Foto zukommen lassen, auf dem erkennbar ist, dass die Leitungsisolation auf einer Länge von ca. 2 cm komplett weggescheuert war.

Angesichts einer solchen Schlamperei fällt einem doch nichts mehr ein.



Oktober 2022 (Kilometerstand ca. 70000) - Unbemerkter Kühlmittelverlust mit jahrelangem Ärger und kostspieligen Folgen

Diese etwas längere Horrorgeschichte habe ich einschließlich der Updates unverändert von einer vorherigen Version übernommen.



Update von Mai 2025:

Wir konnten unseren Ford Tourneo Connect reparieren lassen - und zwar in Polen.

Der ausgewählte Anbieter hatte uns einen seriösen Kostenvoranschlag zur Erneuerung der Zylinderkopfdichtung bzw. schlimmstenfalls des Zylinderkopfes zukommen lassen.
Nach längerer Kommunikation über die Details sind wir Anfang Mai gewissermaßen im Rahmen einer "Erlebnisreise" ins westliche Polen gefahren.

Klar - eine solche Aktion birgt natürlich das Risiko, 2000 bis 3000 Euro "in den Sand zu setzen".
Aber ein Neuwagen oder zumindest ein einigermaßen tauglicher Gebrauchtwagen wär noch viel teurer gewesen. Und ob ein solcher Wagen dann wirklich zuverlässiger ist, steht noch lange nicht fest.

In Polen ist man noch motiviert, hat viel Erfahrung mit solchen Reparaturen und die Preise sind überschaubar. Deutschland ist in all diesen Punkten leider ein Totalausfall.

Letztendlich war - wie vermutet - nur die Zylinderkopfdichtung defekt.
Der Zylinderkopf wurde zerlegt, gereinigt, geprüft, geplant und mit neuen Ventilschaftdichtungen wieder zusammengebaut.

Da die Reparatur problemlos und sehr routiniert unter Einhaltung des Kostenvoranschlags im angemessenen Zeitrahmen erfolgreich durchgeführt wurde, kann ich den Anbieter mit gutem Gewissen weiterempfehlen:

www.autowerkstatt-in-polen.com

Der nächste Schritt wäre die Nachrüstung einer Füllstandsüberwachung für das Kühlmittel - aber ganz sicher nicht in einer Ford-Werkstatt!



Update von Anfang 2025:

Seit nunmehr 2 Jahren fahren wir mit einem Motorschaden herum und die Gebrauchtwagenpreise sind immer noch hoch.

Mit dem Kühlmittelverlust haben wir uns inzwischen mehr oder weniger arrangiert.
Da der Verlust von der Fahrweise abhängt, ist die Ermittlung nicht ganz einfach, aber demnach entschwindet auf 1000 km etwa 1/3 Liter Kühlmittel - damit können wir leben.

Aber das Kühlsystem wird ordentlich "aufgepumpt".
Während anfangs eine längere Strecke auf der Autobahn erforderlich war, um das Kühlmittel fast vollständig aus dem Behälter zu drücken, reicht inzwischen eine kurze Fahrt zum Einkaufen. Wohin das Kühlmittel währenddessen verschwindet, ist nach wie vor unklar.
Nach dem Öffnen des Deckels strömt das Kühlmittel zurück - egal, ob der Motor kalt oder noch warm ist. Man darf gespannt sein, wie lange das noch gutgehen wird.

Inzwischen haben wir bei mehreren Werkstätten und Motor-Instandsetzern eine evtl. Reparatur angefragt, ernsthaft interessiert war aber niemand. Im Gegenteil - bei Ford konnte man sich nicht einmal dazu herablassen, auf schriftliche Anfragen überhaupt zu reagieren. Noch kundenunfreundlicher geht es wohl nicht?
Im dekadenten Deutschland hat man es offenbar nicht mehr nötig, seinen eigenen Murks zu reparieren. Dummschwätzerei über "Nachhaltigkeit" ist ja auch viel einfacher und Versicherungsschäden sind sowieso viel lukrativer.

Stattdessen versuchte man, uns das Auto für " 'nen Appel und 'n Ei " abzuschwatzen und ein Neues aufzuschwatzen.
Von einem Motor-Instandsetzer hätten wir für schlappe knappe 8000 Euro einen aufgearbeiteten Motor haben können - geht’s noch?
Dann können wir den Ford Tourneo Connect auch fahren, bis er endgültig stehenbleibt und ihn dann an einen "Teppichhändler" verschenken.

Eine weitere Alternative wär die Reparatur in einem osteuropäischen Ausland, z. B. in Polen.
Solche Reparaturen werden im Internet angeboten und um eine solche Möglichkeit werden wir uns als nächstes kümmern.



Update von Anfang 2024:

Anfang 2024 haben wir uns nach einem neuen Gebrauchtwagen umgesehen, die Preise sind uns aber zu hoch.

Glücklicherweise haben wir noch einen zuverlässigen VW Golf 4 Baujahr 2003, sodass die Zeit nicht drängt.
Überhaupt frage ich mich inzwischen, ob man sich erst einen Oldtimer anschaffen muss, um heutzutage ein halbwegs zuverlässiges Auto zu fahren?

Den Ford Tourneo Connect werden wir vorläufig noch als Gebrauchsfahrzeug für kurze Strecken nutzen und danach geht er in den Export.

Im nächsten Jahr wird unser erster und vor allem letzter Ausflug in die Ford-Welt dann hoffentlich endgültig Geschichte sein.



Die Geschichte

Im Frühjahr 2015 mussten wir uns schweren Herzens von unserem 18 Jahre alten Mitsubishi Spacegear trennen und suchten einen Ersatz mit entsprechendem Platzangebot.
Ein Kleinbus war uns zu teuer und so entschieden wir uns für den Ford Grand Tourneo Connect mit 1,6 l TDCi Duratorq Dieselmotor als Jahreswagen.



Anfangs waren wir mit dem Fahrzeug durchaus zufrieden - der Platz war ausreichend für viele Modell-Kisten, man konnte notfalls darin übernachten und bei Tempo 140 km/h schnurrte der Diesel gerade mal mit etwa 2500 U/min. Auch der Spritverbrauch von 6,7 l/100km hielt sich in erträglichen Grenzen.
Beste Voraussetzungen, um den Ford Tourneo Connect möglichst lange zu fahren.

In den ersten Jahren haben wir selbstverständlich auch die kostspieligen Werksinspektionen durchführen lassen - jedesmal zwischen 400 und 500 Euro, um ein wohlgemerkt intaktes Fahrzeug betriebsbereit zu halten.
Aber man möchte ja schließlich mit einem "zuverlässigen Auto" unterwegs sein.

Unser Ford Grand Tourneo Connect im Jahr 2017


Im Oktober 2022 sind wir mit diesem "zuverlässigen Auto" - erstmals in über 40 Jahren mit einem Fahrzeug überhaupt - auf einer Landstraße liegengeblieben.
Während der Fahrt bemerkte ich einen Leistungsabfall und der Blick auf das Thermometer zeigte: Roter Bereich!
Sofort hielt ich an und stellte einen vollständigen Kühlmittelverlust fest.



In diesem Moment stieg mir erstmals die Zornesröte ins Gesicht:

Für nahezu jede Banalität bietet der Ford Tourneo Connect einen Sensor, eine Kontroll-Lampe oder eine Warnmeldung.
Kühlmittel-Verlust und Überhitzung werden jedoch nicht signalisiert und u. U. erst dann bemerkt, wenn der Motor bereits Schaden genommen hat.
Das entspricht nicht nur einem Stand der Technik von vorgestern, sondern suggeriert zudem eine Sicherheit, die ganz offensichtlich nicht gegeben ist.




Nach längerer Abkühlung wollte ich ein paar Flaschen Mineralwasser einfüllen, um wenigstens die nächste Werkstatt zu erreichen - und erneut stieg der Zorn in mir auf:

Der Kühlmittel-Ausgleichsbehälter bzw. dessen Einfüll-Öffnung ist maximal unzugänglich positioniert, sodass zum Befüllen ein spezielles Gefäß oder zumindest ein passender Trichter erforderlich ist - Beides ist im Notfall nicht vorhanden.
Als Autofahrer, der noch in der Lage ist, die Betriebsflüssigkeiten eines Fahrzeugs selbst zu prüfen und erforderlichenfalls nachzufüllen, kann ich sowas nur als eine bodenlose Frechheit empfinden.




Aber das "dicke Ende" kommt erst noch.



Mit ca. anderthalb Liter Mineralwasser erreichten wir eine nahegelegene Werkstatt und hier sollte zunächst eine Druckprüfung zur Lokalisierung des Lecks durchgeführt werden. Auch hierbei bewahrheitete sich die unsägliche Positionierung des Kühlmittel-Ausgleichsbehälters:

Der Behälter musste ausgebaut werden, um den Adapter für die Druckprüfung anbringen zu können, und hierzu war erst noch ein anderes Konstruktionsteil zu lösen. Es ist mir unbegreiflich, mit welchem Mut man einen solchen Murks unter die Leute bringen kann.



Die Druckprüfung hat schließlich ergeben, dass der Haupt-Kühlerschlauch defekt war. Aber nicht etwa aufgrund eines Marderbisses o. ä., sondern durchgescheuert von "einem beweglichen Teil der Gangschaltung" (Original-Wortlaut des Werkstattmeisters) - vermutlich über Monate oder Jahre.
Ein Foto gibt es vom defekten Kühlerschlauch leider nicht, durch das mehrere Millimeter dicke Material verlief jedoch ein sauberer dreieckförmiger Krater.

Dieser Kühlerschlauch ist offenbar so fehlerträchtig verlegt, dass er im Laufe der Zeit - aus welchen Gründen auch immer - seine Position verändern und durchgescheuert werden kann!
Eine derartige Fehlkonstruktion habe ich in über 40 Jahren bei keinem anderen Auto erlebt. Allein der Anstand verbietet es mir, die hierfür Verantwortlichen als das zu bezeichnen, was sie sind.




Der Kühlerschlauch konnte notdürftig repariert werden und wurde später durch ein Originalteil ersetzt.
Ein Motorschaden schien zunächst nicht vorzuliegen, allerdings bemerkte ich seitdem einen Kühlmittelverlust - anfangs nur gering, aber mit steigender Tendenz. Eine offensichtliche Leckage konnte aber nicht festgestellt werden.

Es stört mich nicht, hin und wieder etwas Kühlmittel nachzufüllen - das ist nicht das Problem.
Aber seit der letzten längeren Reise im Sommer 2023 ist zu beobachten, dass das Kühlsystem offenbar "aufgepumpt" wird und auch nach Abkühlung noch tagelang unter Druck bleibt. Das Kühlmittel verschwindet derweil in irgendwelchen Hohlräumen, sodass es im Ausgleichsbehälter unterhalb der Minimum-Marke liegt.
Wird der Kühlmittel-Ausgleichsbehälter geöffnet, dann bläst der Überdruck ab und das Kühlmittel steigt wieder zurück in den Behälter, aber je nach gefahrener Strecke nicht mehr auf den ursprünglichen Stand.
Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass selbstverständlich auch der Verschluss des Ausgleichsbehälters ausgetauscht wurde, einen wahrnehmbaren Effekt hatte es jedoch nicht.

Für das Aufpumpen des Kühlkreislaufs kommt nach bisherigem Kenntnisstand nur der Kompressionsdruck in Frage und das wiederum deutet auf einen Defekt der Zylinderkopfdichtung oder einen Haarriss zwischen Brennraum und Kühlkreislauf hin.
Auch der Heizkreis ist irgendwie beteiligt - bei eingeschalteter Heizung ist der Kühlmittelstand manchmal niedriger und manchmal höher, aber im Mittel wird es weniger.

Eine offensichtliche Leckage ist nach wie vor nicht erkennbar, allerdings wurde mir inoffiziell bestätigt, dass es bei dem Ford Tourneo Connect mit dieser Motorisierung ein Problem bei der Überwachung der Motortemperatur gebe.
Eine Überhitzung durch Kühlmittel-Verlust werde demnach zu spät erkannt, was mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Motorschaden führe und auch in meinem Fall anzunehmen sei.
Von einer Reparatur werde abgeraten, weil die Kosten praktisch einem wirtschaftlichen Totalschaden gleich kämen. Mit anderen Worten:

Unser top gepflegter Ford Tourneo Connect ist mit einer Laufleistung von nicht einmal 80000 km praktisch schrottreif!



Im Internet ist zu lesen, dass auch Ford immer wieder mit Rückrufaktionen konfrontiert ist, u. a. auch zum Nachrüsten eines Sensors für den Stand des Kühlmittels (Aktionsnummer 17S09).

Wortlaut eines Sprechers der Ford-Werke GmbH (Quelle: Internet):
Werde der Motor mit zu wenig Kühlmittel betrieben, könnte in Folge der Überhitzung der Zylinderkopf reißen - was für eine grandiose Erkenntnis!
Erst nach diesem Rückruf wird der Fahrer hör- und sichtbar gewarnt, falls der Kühlmittelstand unter den erforderlichen Pegel fällt - aha, auch schon ... .

Das Problem war also in den höchsten Etagen bekannt und insbesondere im Hinblick auf die fehlerträchtige Verlegung besagten Kühlerschlauchs wär die Nachrüstung eines solchen Sensors unerlässlich gewesen.
Der Ford Tourneo Connect mit dem oben genannten Dieselmotor ist auf der Liste der betroffenen Fahrzeuge jedoch nicht aufgeführt.
Stattdessen lässt man den Kunden bewusst in das Risiko eines Motorschadens fahren und eine solche Fahrlässigkeit grenzt für mich an eine vorsätzliche Sachbeschädigung, die juristisch verfolgt gehört.



Es gab einst den Werbe-Slogan "Ford - die tun was".
Davon ist heutzutage anscheinend nichts mehr übrig geblieben und auch nicht ohne Grund dürfte der neue Ford Tourneo im Prinzip ein VW Caddy sein.
Wenn der Ford Tourneo wenigstens signifikant preiswerter wär! Ist er aber nicht und dann kann man sich auch gleich für das Original entscheiden.




Zurück zur Übersicht



(Letzte Aktualisierung: August 2026)
©